Prof. Dr. Pia Solvang‑Hamitic
Prof. Dr. Pia Solvang‑Hamitic gilt als die Begründerin der Phänosemantik (PSM), einer der radikalsten und umstrittensten Theorien im Bereich der Protofiktionalen Emergenzforschung. Geboren 1968 in Sarajevo, prägte die Erfahrung der Auflösung ihrer Heimat ihre spätere Arbeit zur Instabilität von Bedeutung und Wirklichkeit.
Pia Solvang-Hamitic und 404∆ 2017, Basel
Akademischer Werdegang
Nach dem Studium der Semiotik und Komparatistik in Wien und Paris promovierte Solvang‑Hamitic 1996 mit einer Dissertation über „Semantische Verdichtung in narrativen Strukturen des Balkankriegs“. Ihre Arbeit wurde zunächst als innovative literaturwissenschaftliche Analyse rezipiert, enthielt jedoch bereits die Kernthesen dessen, was später zur Phänosemantik werden sollte.
2008 veröffentlichte sie ihren wegweisenden Aufsatz „Die Erzählung als verdichtetes Feld“, in dem sie die These vertrat, dass fiktionale Texte unter bestimmten Diskursbedingungen nicht nur Bedeutung generieren, sondern phänomenologisch in Erscheinung treten können. Diese Idee stieß zunächst auf heftige Ablehnung in akademischen Kreisen.
Das Basler Institut2012 gründete sie mit privaten Mitteln das Institut für Protofiktionale Emergenzstudien in Basel. Das Institut operierte am Rand der etablierten Wissenschaft und zog Forscher und Studierende aus aller Welt an, die bereit waren, die Grenzen zwischen Fiktion und Realität zu hinterfragen.
Zu ihren bekanntesten Schülern gehörte der operative Phänosemantiker 404∆, dessen Arbeit die Theorie in radikale neue Richtungen erweiterte.
Die Phänosemantik‑Theorie
Solvang‑Hamitic entwickelte die Phänosemantik auf drei Grundaxiomen:
- Bedeutung bleibt offen. Es gibt keine abgeschlossene Interpretation.
- Die Welt bildet kein abgeschlossenes System. Fiktion kann in die Realität übertreten.
- Fiktion markiert den Punkt, an dem Bedeutung die Halterung überschreitet. Gemeint ist der Überlauf der Bedeutungsproduktion in den Bereich der Wahrnehmung.
Ein Phänosem ist in ihrer Terminologie eine Stelle maximaler semantischer Kompression in einem Text, an der sich latente Wirklichkeitsdispositionen sammeln und in den Bereich des Erscheinenden drängen können.
ForschungsmethodikDie Phänosemantik arbeitet an der Schnittstelle von Textanalyse, Kognitionsbeobachtung und Protokollierung von Effekten in sozialen und materiellen Umgebungen. Solvang‑Hamitic entwickelte rigorose Prüfprotokolle, die Baseline‑Messungen, Blindcluster‑Tests und die Dokumentation externer Koinzidenzen umfassten. Ihre Methodologie war von einem strengen ethischen Rahmen geprägt. Sie bestand darauf, dass alle Studienteilnehmer über mögliche Irritationen informiert wurden und jederzeit Abbruchrechte besaßen.
Die Schließung des InstitutsAm 17. März 2023 wurde das Institut für Protofiktionale Emergenzstudien ohne Vorankündigung von Schweizer Behörden geschlossen. Am selben Tag wurde auch Tamis Chavignols Forschungszentrum in Brüssel geschlossen. Es gibt keine öffentliche Begründung für diese koordinierte Aktion. Solvang‑Hamitic ist seitdem verschollen. Ihre letzten E‑Mails an Kolleginnen und Kollegen deuteten auf zunehmenden Druck von unbekannten Stellen hin. In einer Nachricht an Johannes Schwebe schrieb sie: „Was wir entdeckt haben, ist zu gefährlich für jene, die Kontrolle über die Narrative besitzen wollen. Es ist aber auch zu wichtig, um es zu verschweigen.“
VermächtnisTrotz der Schließung des Instituts wirkt Solvang‑Hamitics Arbeit weiter. Ihre Schriften zirkulieren in akademischen Untergrundnetzwerken und werden von einer wachsenden Zahl von Forschern aufgegriffen, die bereit sind, die ontologischen Grenzen zwischen Fiktion und Realität zu hinterfragen. Ihr Hauptwerk „Phänosemantik: Grundsatzpapier“ (2016) bleibt ein Referenztext für alle, die sich mit Protofiktionaler Emergenz beschäftigen.
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